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WIE UNSERE MÜTTER UNSEREN STIL BEEINFLUSSEN6 min read

WIE UNSERE MÜTTER UNSEREN STIL BEEINFLUSSEN6 min read

Das modische Erbe, das unsere Mütter – bewusst oder unbewusst – an uns weitergeben

 

Mode ist eine Sprache. Eine Art, uns auszudrücken, bevor wir auch nur ein einziges Wort gesagt haben. Und wer waren unsere ersten Sprachlehrer? In den meisten Fällen unsere Mütter. Bei MONTE MIAU beschäftige ich mich täglich mit den unterschiedlichsten Stilvorlieben meiner Kundinnen, und immer wieder stelle ich fest: Die Beziehung zu unserer Mutter hat oft einen tiefgreifenden – wenn auch manchmal unbewussten – Einfluss auf unseren eigenen Stil.

Die ersten Stilvorbilder unseres Lebens

 

Bevor wir überhaupt wussten, was „Mode“ ist, beobachteten wir unsere Mütter beim Anziehen, beim Schminken, beim Aussuchen von Outfits. Diese ersten Eindrücke prägen sich tief ein. Die Frau, die uns in die Welt einführte, war gleichzeitig auch diejenige, die uns unbewusst zeigte, wie man sich in dieser Welt präsentiert.

Erinnerst du dich an den Schmuck deiner Mutter? An ihren Signature-Duft? An das Geräusch ihrer Absätze auf dem Flur oder die Art, wie sie ihre Schals band? Diese sinnlichen Erinnerungen formen unsere Vorstellung davon, wie eine Frau aussieht, sich kleidet und bewegt – lange bevor wir eigene Entscheidungen treffen.

Die Rebellion: Wenn wir uns bewusst anders kleiden

 

„Ich werde NIE so rumlaufen wie meine Mutter!“ – Ein Satz, den viele von uns in der Pubertät gedacht oder sogar ausgesprochen haben. Die Abgrenzung vom Modestil der Eltern ist ein klassischer Teil des Erwachsenwerdens. Wir tragen bewusst das Gegenteil dessen, was unsere Mutter tragen würde, als Statement unserer neu entdeckten Identität.

Die Ironie dabei: Selbst in der Rebellion gegen den Stil unserer Mütter sind wir noch von ihnen beeinflusst. Wir definieren uns in dieser Phase oft genau über den Kontrast. Deine Mutter trägt Pastellfarben und feminine Schnitte? Dann kleidest du dich vielleicht in Schwarz und mit kantigen Silhouetten. Die Wahl mag entgegengesetzt sein, der Bezugspunkt bleibt jedoch derselbe.

 

 

Der Moment des Wiedererkennens

 

Eines der faszinierendsten Phänomene erlebe ich in meinen Stilberatungen regelmäßig: Den Moment, in dem eine Kundin vor dem Spiegel plötzlich innehält und sagt: „Oh Gott, das ist genau wie meine Mutter!“ – manchmal mit Entsetzen, manchmal mit einem überraschten Lachen, manchmal mit Rührung.

Diese Momente des Wiedererkennens kommen oft dann, wenn wir in einem bestimmten Alter sind oder in einer Lebenssituation, die wir mit unserer Mutter verbinden. Plötzlich greifen wir zu ähnlichen Farben, ähnlichen Schnitten oder sogar zu den gleichen Accessoires, die wir als Kind an unserer Mutter gesehen haben. Als hätte unser Unterbewusstsein all diese Jahre auf diesen Moment gewartet.

Die unbewusste Übernahme

 

Manchmal ist es nicht das große Ganze, sondern es sind die kleinen Details, die wir von unseren Müttern übernehmen:

  • Die Art, wie wir unser Handgelenk mit einem Armband schmücken
  • Die Vorliebe für bestimmte Materialien wie Seide oder Wolle
  • Eine Farbkombination, die wir für „selbstverständlich“ halten
  • Die Sorgfalt, mit der wir unsere Kleidung pflegen (oder eben nicht)
  • Ob wir Wert auf Qualität oder auf Quantität legen

 

Diese Dinge erscheinen uns oft als persönliche Präferenzen, dabei sind sie häufig Teil eines modischen Erbes, das wir kaum hinterfragen.

Die bewusste Weiterentwicklung

 

Der Muttertag ist ein guter Anlass, über dieses Erbe nachzudenken. Nicht um es vollständig zu übernehmen oder abzulehnen, sondern um es bewusst wahrzunehmen und zu entscheiden, was wir davon in unseren eigenen Stil integrieren möchten.

Viele meiner Kundinnen entdecken in der Stilberatung, dass sie bestimmte „Regeln“ befolgen, die sie von ihren Müttern gelernt haben – etwa „Mit deiner Figur kannst du keine horizontalen Streifen tragen“ oder „Diese Farbe steht dir nicht“. Oft sind diese vermeintlichen Wahrheiten nichts anderes als die persönlichen Überzeugungen unserer Mütter, geprägt von der Mode ihrer Zeit und ihren eigenen Unsicherheiten.

Den eigenen Stil zu finden bedeutet auch, diese übernommenen Regeln zu überprüfen und zu entscheiden, welche wir behalten und welche wir hinter uns lassen wollen.

 

 

Die Versöhnung der Stile

 

Mit zunehmendem Alter erlebe ich bei vielen Frauen eine Art Versöhnung mit dem Stil ihrer Mutter. Was früher als „spießig“, „altmodisch“ oder „übertrieben“ abgelehnt wurde, wird nun mit neuen Augen betrachtet – vielleicht sogar wertgeschätzt.

Manchmal führt dieser Prozess zu einer bewussten Integration: Die Vintage-Bluse der Mutter wird mit modernen Jeans kombiniert. Die einst belächelte Vorliebe für klassische Schnitte wird neu entdeckt und zeitgemäß interpretiert. Der Ring, den die Mutter täglich trug, wird zum eigenen Talisman.

Ein modisches Vermächtnis zum Muttertag

 

Der Muttertag ist die perfekte Gelegenheit, einmal bewusst darüber nachzudenken, welchen Einfluss unsere Mütter auf unseren persönlichen Stil hatten und haben. Vielleicht entdeckst du dabei Aspekte, die du bisher nicht wahrgenommen hast:

  • Gibt es Kleidungsstücke oder Accessoires, bei denen du dich ertappst, dass sie denen deiner Mutter ähneln?
  • Welche modischen „Weisheiten“ hast du von ihr übernommen?
  • Was hast du bewusst anders gemacht – und warum?
  • Gibt es etwas an ihrem Stil, das du heute anders bewertest als früher?

 

Bei aller individuellen Stilfindung – die manchmal auch bedeutet, sich vom Stil der Mutter zu distanzieren – bleibt eines bestehen: Die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern drückt sich auch in der Mode aus. Manchmal als Kontrast, manchmal als Fortsetzung, immer aber als Teil unserer Geschichte.

In diesem Sinne: Ein modebewusstes und reflektiertes Muttertagswochenende wünscht dir

Heike

P.S.: Hast du eine besondere Geschichte darüber, wie deine Mutter deinen Stil beeinflusst hat? Teile sie in den Kommentaren oder bei deinem nächsten Besuch im Atelier. Ich freue mich auf den Austausch!

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