05 Jan. DIE ANGST, NICHT MAN SELBST ZU SEIN, UND WARUM DEIN STIL SICH NICHT ENTSCHEIDEN MUSS5 min read
Neues Jahr, neues Ich? Muss nicht sein.
Was, wenn’s 2026 gar nicht darum geht, dich neu zu erfinden, sondern dir ehrlicher zu begegnen?
Jedes Jahr im Januar liegt dieser leise Druck in der Luft: Sei klarer. Besser. Disziplinierter.
Vielleicht ein bisschen schlanker, strukturierter, organisierter?
Manchmal fühlt sich der Jahreswechsel an wie eine unsichtbare Grenze, hinter der eine bessere Version von uns wartet, wir müssen sie nur „richtig“ umsetzen. Wie oft halten diese guten Vorsätze? Und wie viel davon ist wirklich unser Wunsch?
Mehr echt statt perfekt
Der Wunsch nach Veränderung ist an sich nichts Schlechtes. Aber viele Vorsätze basieren auf einem Bild, wie wir sein sollten, nicht darauf, wer wir wirklich sind (siehe sich ständig wechselnde Trends, die uns sagen, wie wir auszusehen haben).
Ich glaube: Es geht nicht darum, dich dauernd zu optimieren. Sondern darum, dich besser kennenzulernen. Auch in Phasen, in denen nichts klar ist. Auch mit Ecken und Widersprüchen.
Genau da fängt dann für viele eine andere Angst an: die Angst, sich selbst zu verlieren.
Gerade Frauen, die reflektiert sind, die sich weiterentwickelt haben, spüren das:
Bin ich noch ich, wenn ich mich (modisch) verändere?
Darf ich mich im Stil neu ausprobieren oder verliere ich dann mein Bild nach außen?
Oder noch härter: War ich je wirklich ich, oder einfach nur gut angepasst?
Diese Fragen begegnen mir immer wieder in meinen Beratungen.
Darf ich das tragen? Passt das noch zu mir?
Die Momente, in denen du vorm Kleiderschrank stehst und dich fragst:
Mag ich das wirklich oder denk ich nur, dass ich es mögen sollte?
Passt das zu mir oder mach ich mich damit angreifbar?
Das sind keine oberflächlichen Fragen. Diese Fragen können deine Identität formen.
Viele Frauen glauben, sie müssten konsistent auftreten, um glaubwürdig zu sein.
Einmal minimalistisch, immer minimalistisch.
Einmal feminin, bitte bloß keine Experimente.
Das ist Quatsch!
Du bist nicht statisch, dein Stil auch nicht
Wir sind nicht immer gleich.
Wir sind nicht jeden Tag dieselbe Version von uns.
Manchmal laut, manchmal leise. Klar oder unsicher. Extrovertiert oder zurückgezogen.
Warum sollte ausgerechnet dein Stil davon ausgenommen sein?
Du hast keinen Vertrag mit deinem Stil, einmal unterschrieben, für immer gebunden. Dein Stil bist DU. Und DU darfst dich verändern.
Es ist okay, heute in Jeans und Pulli aus dem Haus zu gehen und dich morgen nach einem Statement-Look zu fühlen.
Das ist keine Inkonsequenz. Das ist Leben.
Authentisch heißt nicht konsequent, sondern ehrlich
In der Mode wird gern suggeriert: Entscheide dich.
Schlicht oder auffällig.
Klassisch oder verspielt.
Clean oder edgy.
Aber Stilrichtungen sind keine Identitäten. Sie sind Tools, keine Schubladen.
Wenn du glaubst, dich festlegen zu müssen, um authentisch zu wirken, baust du dir unbewusst eine Grenze.
Dabei entsteht Echtheit nicht durch immer gleich aussehen. Echtheit entsteht, wenn du trägst, was du gerade fühlst. Was du brauchst. Was du zeigen willst.
Ein neuer Schnitt verändert nicht deine Persönlichkeit. Er zeigt nur eine neue Facette.
Und du darfst dich auch ausprobieren, das ist es doch, was Spaß macht an Mode: sich immer neu zu erfinden und auszudrücken!
Dein Stil darf sich verändern, weil du dich veränderst
Viele Frauen halten an einem Look fest, der sich längst nicht mehr richtig anfühlt. Aus Angst, sich zu „verstellen“ oder plötzlich mit einem neuen Look sichtbar (und auch angreifbar) zu werden. Aber:
Der wahre Stilbruch ist nicht das neue Teil, sondern das Festhalten an etwas, das du längst nicht mehr bist.
Sich selbst treu zu bleiben bedeutet nicht, gleich zu bleiben. Im Gegenteil!
Es bedeutet: wahrnehmen, was sich verändert hat. Und dem Ausdruck geben.
Manchmal heißt das: neue Schnitte, andere Farben, ein anderer Fokus.
Mein Fazit
Wenn du das Gefühl kennst, dich stilistisch nicht festlegen zu können, atme durch.
Du musst nicht.
Du darfst wachsen.
Du darfst dich verändern.
Du darfst du sein: mit Ecken, Phasen, Brüchen, mit klaren Linien und wilden Ideen.
Mode darf alles und du darfst alles mit Mode!!!!!
Helge Winter
Posted at 12:04h, 07 JanuarYes!!! Toller Beitrag! Ich darf sein! Ich bin, die ich bin und das drücke ich aus mit dem, was ich trage und ich darf ausprobieren. Fehler machen. Nicht perfekt sein!
Heike Katzenberger
Posted at 15:09h, 12 JanuarGenau so ist es! <3